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Was gibt es prinzipiell bei der Behandlung des Asthma mit Pulverinhalatoren zu wissen und was ist grundsätzlich bei deren Anwendung zu beachten:

Die richtige Handhabung Ihres Pulverinhalators, den Sie gegen Asthma verordnet bekommen haben, ist eine entscheidende Voraussetzung für den Therapieerfolg bei der Behandlung Ihres Asthma. Halten Sie sich deshalb genau an den Beipackzettel Ihres Pulverinhalators bei der Behandlung Ihres Asthma. Je besser Sie verstehen warum die ein oder andere Formulierung im Beipackzettel Ihres Asthma-Arzneimittels enthalten ist, je besser werden Anwendungsfehler im Umgang mit Ihrem Asthma-Arzneimittels vermieden.

Bei Pulverinhalatoren wird eine Dosis entweder aus einer Einzeldosisform (z.B. Kapsel, Aluminiumblister) oder durch Abteilung aus einem Depot (z.B. im Turbohaler, Pulverpatronen) erzeugt. Die Erzeugung des lungengängigen Pulveraerosols im Pulverinhalator und der Transport vom Aerosolgenerator zum Wirkort erfolgt bei heutigen Pulverinhalatoren ausschließlich durch den Luftstrom, welcher vom Patient bei der Einatmung durch den Pulverinhalator selber erzeugt wird.

Bei Pulverinhalatoren ist gerätespezifisch eine hinreichend hohe Strömungsgeschwindigkeit zur aktiven Aerosolerzeugung erforderlich. Durch die hohe Strömungsgeschwindigkeit der Luft werden die Partikel aus den Pulverinhalatoren mitgerissen und die richtige Partikelgröße des lungengängigen Pulveraerosols erzeugt (Tobi, Podhaler, Foster, Nexthaler, Relvar, Ellipta). Der Anteil alveolengängiger Partikel von der Flussrate ist bei Cyclohaler, Diskus und Diskhaler im Bereich von 30-90l/min ein praktisch konstanter Anteil der bronchengängigen Fraktion, während Novolizer und Turbohaler eine lineare Korrelation beider aufweisen. Eine Halbierung der Flussraste beim Turbohaler auf 30l/min verringert die entsprechende Wirkstoffmenge auf ein Drittel der ursprünglichen Dosis.

Eine Sychronisation von Einatmung und Sprühstoßauslösung wie bei Dosieraerosolen ist nicht notwendig, da mit der Einatmung durch den Pulverinhalator das Pulveraerosol erzeugt wird. Die Partikelgeschwindigkeit ist dadurch beim Pulverinhalator geringer als bei Dosieraerosolen, sodass Ablagerungen im Mund- und Rachenraum weniger stattfinden. Durch die saugende Inhalation aus dem Pulverinhalator stellen sich die Stimmbänder reflektorisch weit und Partikel können sich weniger an den Stimmbänderbereich absetzen. Dadurch sind lokale Nebenwirkungen bei Pulverinhalatoren geringer.

Während die erforderlichen Atemstromstärken von 30-60l/min durch den Inhalator von den meisten Erwachsenen selbst bei mittelschweren Asthmaanfällen noch erreicht werden, ergeben sich Probleme bei Säuglingen und Kleinkindern, sowie bei Patienten mit eingeschränkter Lungenfunktion. Niedrige Atemstromstärken können die Aerosolqualität und somit den therapeutischen Effekt verschlechtern. Zur Notfallbehandlung des schweren bis lebensbedrohlichen Asthmaanfalls sind Pulverinhalatoren nicht geeignet, da nur noch geringe Atemgasmengen bei erniedrigtem Atemzugvolumen transportiert werden.

Mit einem einfachen Gerät, dem In-Check Inhalator Assesment Kit ist eine rasche Messung der durch den Patienten bei verschiedenen Pulverinhalatoren maximal erreichbaren Einatemstromstärken möglich. Es funktioniert ähnlich einem Peak-Flow-Meter, welches verkehrt herum genutzt wird. Auf die Lufteinlassöffnung werden Kappen mit unterschiedlich großen Öffnungen aufgesetzt die den Strömungswiderstand der jeweiligen Pulverinhalatoren simulieren.

Das Risiko gastrointestinaler Nebenwirkungen ist bei Patienten mit Lactoseintilleranz vernachlässigbar, da die im Rachen deponierten und verschluckten Lactosemengen extrem gering sind.

Vermeiden Sie das Ausatmen oder Hineinblasen in den Pulverinhalator, damit sich kein Kondenswasser aus der Ausatemluft im Pulverinhalator niederschlägt. Feuchtigkeit im Pulverinhalator lässt die Pulverpartikel verklumpen oder stark an der Wandung anhaften, sodass die Dosierung nicht gewährleitet ist. Wenn zulässig, nach einer feuchten Reinigung des Pulverinhalator, diesen immer gründlich trocknen lassen oder mit milder Warmluft gründlich trocken föhnen.

Wieder beladbarer Pulverinhalator:

Zu den wieder beladbaren Pulverinhalatoren gehören:

  • Aerolizer (Foradil, Miflonide)
  • Breezhaler (Onbreez, Seebri, Ultibro, Ulunar, Tovanor, Xoterna)
  • Elpenhaler (Rolenium)
  • Formoterol ratiopharm Inhalator
  • HandiHaler (Spiriva)
  • Novolizer (Novopulmon, Formatris, Ventilastin)
  • Podhaler (Tobi)

Hartkapsel die in Pulverinhalatoren eingesetzt werden haben teilweise durchsichtige Hüllen. Sie sind nur zu einem geringen Teil gefüllt und enthalten sichtbar große Partikelkonglomerate. Die geringe Füllung ist für die Erzeugung des Pulveraerosols beim Einatmen durch den Pulverinhalator notwendig. Durch den Luftstrom beim Einatmen durch den Pulverinhalator werden die Partikel in die richtige Größe zerteilt.

Die Prinzipielle Handhabung Inhalatoren mit Kapsel und Blistern:

  • Schutzkappe Öffnen und Mundstück des Pulverinhalators auf Verunreinigungen kontrollieren  (Vermeidung Inhalation von Fusseln aus der Jacken oder Hosentasche)
  • Kapsel oder Blister mit gewaschenen, aber gründlich getrockneten Händen in den Pulverinhalator einsetzen und Gerät schließen (Vermeidung Feuchtigkeit und Schmutzeintrag)
  • Kapselhülle oder Blister nicht im Voraus, sondern erst unmittelbar vor der Inhalation perforieren (Verklumpungsgefahr des Pulvers). Viele Wirkstoffe sind wasseranziehend und würden verklumpen, sodass das Pulveraerosol zu grob ist, nicht tief genug in die Lunge gelangen kann und sich zu schnell absetzt.
  • Ein Durchstechdorn muss nach der Perforation in die Ausgangsposition zurückgleiten. Ansonsten ist die notwendige Öffnung zu klein für den Pulveraustritt oder die Kapsel kann nicht frei vibrieren oder drehen, um den Inhalt zu entleeren.
  • Vollständig ausatmen (um genügen Atemluft beim Inhalieren aufnehmen zu können)
  • Mundstück mit den Lippen luftdicht umschließen und durch den Pulverinhalator mit leicht erhöhter Geschwindigkeit tief einatmen. Nicht durch die Nase atmen! - Sonst wird der Luftstom durch den Pulverinhalator schwächer. Bei zu geringem Luftstrom durch den Pulverinhalator wird das Pulver zu wenig aufgewirbelt. Tief einatmen ist notwendig um alle Lungenbereiche mit dem Pulveraerosil zu erreichen.
  • Pulverinhalator vom Mund absetzen und gleichzeitig Atem 5-10 s anhalten (Zeit zum Absetzen des Pulveraerosols in der Lunge). Ein zu zeitiges Ausatmen oder starkes Ausatmen kann gerade inhalierte Pulverpartikel wieder aus der Lunge heraus befördern. Nicht in den Pulverinhalator ausatmen! (Luftfeuchtigkeit der Atemluft verklebt Pulver)
  • Wenn möglich Überprüfung der entleerten Kapsel oder Blister auf vollständige Entleerung, eventuell noch einmal durch den Pulverinhalator einatmen
  • Essen, Trinken, Mund spülen, Gurgeln gegen lokale Ablagerungen im Mund- Rachenraum (Verringerung möglicher Nebenwirkungen von im Rachen abgesetzter Pulverpartikel)

Das weite Zurücklehnen des Kopfes zur Begradigung der Atemwege wie bei Dosieraerosolen ist bei Pulverinhalatoren bedingt durch die geringere Pulveraerosolgeschwindigkeit nicht notwendig.

Bei Kortikoiden Maßnahmen ergreifen, um Nebenwirkungen im Mund-Rachen-Raum zu minimieren: Inhalation vor dem Essen/Trinken, Abhusten von Schleim Rachen und Mund spülen. So lässt sich die Gefahr von Dysphonie (Stimmveränderungen) oder Candidasis (Pilzinfektionen im Rachen) verringern. Teilweise fehlen diese Angaben sogar im Beipackzettel oder der Fachinformation, z.B. bei Airfusal, Miflonide, Relvar, Symbicort und Viani. Das Essen und Trinken ist effektiver als das ausschließliche Mund spülen und Gurgeln.

Aus hygienischen Gründen wird einem Inhalator einer bestimmten Anzahl Nachfüllkapseln beigegeben oder eine Anwendungszeitraum festgelegt. Zur Reinigung darf häufig nur das Mundstück feucht gereinigt werden. Die Kammer soll trocken bleiben. Rückstände dort können mit einem kleinen trockenen Pinsel oder Wattestäbchen entfernt werden.

Nicht wieder beladbare Pulverinhalatoren

Zu den nicht wieder beladbaren Pulverinhalatoren gehören:

  • Diskus Inhalator (Atmadisc Diskus, Flutide Diskus , Serevent Diskus, Seretide Diskus, Viani Diskus)
  • Ellipta Inhalator
  • Easyhaler (Beclomet Easyhaler, Budesonid Easyhaler, Formoterol Easyhaler, Salbu Easyhaler)
  • Forspiro
  • Genuair Inhalator
  • Nexthaler (Foster, Kantos)
  • Spiromax
  • Twisthaler
  • Turbohaler

Die Einzeldosen sind je Modell des Pulverinhalators in Blisterfolien versiegelt oder in Mehrdosenbehältern enthalten und werden durch Dosiereinrichtungen im Pulverinhalator abgetrennt. Die volumenmäßige Dosierung bedingt, dass erst unmittelbar vor der Inhalation die Abteilung einer Einzeldosis erfolgen soll und anschließend Erschütterungen und Neigen der Pulverinhalatoren zu vermeiden sind, um die Dosiergenauigkeit einzuhalten.

Der Feuchtigkeitsschutz ist auch bei nicht wieder beladbaren Pulverinhalatoren strickt einzuhalten, insbesondere bei Mehrdosenbehältern. So kann eine versehentliche, einstündige Lagerung eines Turbohalers bei 30°C und 75% Luftfeuchtigkeit im Badezimmer die Dosis halbieren. Atmen Sie nicht in den Pulverinhalator hinein!

Die Prinzipielle Handhabung nicht wieder beladbarer Pulverinhalatoren:

  • Schutzkappe Öffnen und Mundstück des Pulverinhalators auf Verunreinigungen kontrollieren  (Vermeidung Inhalation von Fusseln aus der Jacken oder Hosentasche)
  • Pulverinhalator nicht im Voraus, sondern erst unmittelbar vor der Inhalation aktivieren (Verklumpungsgefahr des Pulvers). Viele Wirkstoffe sind wasseranziehen und würden verklumpen, sodass das Pulveraerosol zu grob ist, nicht tief genug in die Lunge gelangen kann und sich zu schnell absetzt.
  • Ein Durchstechdorn muss nach der Perforation in die Ausgangsposition zurückgleiten. Ansonsten ist die notwendige Öffnung zu klein für den Pulveraustritt oder die Kapsel kann nicht frei
  • Vollständig ausatmen (um genügen Atemluft beim Inhalieren aufnehmen zu können)
  • Mundstück mit den Lippen luftdicht umschließen und durch den Pulverinhalator mit leicht erhöhter Geschwindigkeit tief einatmen. Nicht durch die Nase atmen! - Sonst wird der Luftstrom durch den Pulverinhalator schwächer. Bei zu geringem Luftstrom durch den Pulverinhalator wird das Pulver zu wenig aufgewirbelt. Tief einatmen ist notwendig um alle Lungenbereiche mit dem Pulveraerosol zu erreichen.
  • Pulverinhalator vom Mund absetzen und gleichzeitig Atem 5-10 s anhalten (Zeit zum Absetzen des Pulveraerosols in der Lunge). Ein zu zeitiges Ausatmen oder starkes Ausatmen kann gerade inhalierte Pulverpartikel wieder aus der Lunge heraus befördern. Nicht in den Inhalator ausatmen! (Luftfeuchtigkeit der Atemluft verklebt Pulver)
  • Essen, Trinken, Mund spülen, Gurgeln gegen lokale Ablagerungen im Mund- Rachenraum (Verringerung möglicher Nebenwirkungen von im Rachen abgesetzter Pulverpartikel)

Eine Überdosierung ist bei doppelter Betätigung der Dosiervorrichtung nicht möglich. Die Dosis nicht genutzte Dosis wird im Pulverinhalator in Entsorgungskammern deponiert und geht somit verloren. Sie wird im Zählwerk mit gezählt.

Zu weitere Fragen über Pulverinhalatoren und deren Handhabung steht Ihnen Ihre Apotheke jederzeit zur Verfügung.